>„Beruflicher Bildungsweg ist kein Weg zweiter Klasse“

„Beruflicher Bildungsweg ist kein Weg zweiter Klasse“

„Das Schulsystem muss allen Schülerinnen und Schülern  gerecht werden“, forderte der Landesvorsitzende des Verbandes der Lehrer an Beruflichen Schulen in Bayern (VLB) Jürgen Wunderlich auf dem 12. Berufsbildungskongresses in Erlangen. „Bis zum Februar 2015 müssen an den Berufsschulen in Bayern 100 zusätzliche Klassen für junge Flüchtlinge und Asylbewerber eingerichtet werden“, so der Landesvorsitzende mit Blick auf die umfangreichen neuen Herausforderungen, die regelmäßig auf die beruflichen Schulen zukommen. „Unsere Lehrerinnen und Lehrer stellen sich den Aufgaben mit einem außerordentlich hohen Engagement und viel Herzblut“, ergänzte Wunderlich. Bayern sei das einzige Bundesland, das systematisch aufgebaute Bildungsgänge für Flüchtlinge und Asylbewerber bis zum 21. Lebensjahr entwickelt habe. 

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle spannte zum Einstieg seiner Rede den Bogen zur gelungenen beruflichen Integration der Erlangener Hugenotten im 16. Jahrhundert, nicht zuletzt zum wirtschaftlichen Wohle der Stadt und stellte fest, dass es keinen geeigneteren Tagungsort für einen VLB-Berufsbildungskongress geben könne. Er hob die duale Bildung als Rückgrat zur Gewinnung von Fachkräften und das enorme Engagement der Berufsschule für junge Flüchtlinge hervor.

Attribute wie Chancengerechtigkeit, enorme Innovationsfähigkeit, größtes Engagement, herausragende Arbeit von Lehrkräften für junge Flüchtlinge, Nachwuchsförderung für Handwerk, Industrie und Handel  und die 43% Hochschulabsolventen aus den beruflichen Schulen erkannte der Minister als wichtigen Verdienst des beruflichen Schulwesens an.

Ressourcenausstattung verbessern
Um den zahlreichen Herausforderungen an den beruflichen Schulen gerecht zu werden, müsse nach den Worten Wunderlichs die Ausstattung der beruflichen Schulen mit finanziellen und personellen Ressourcen deutlich verbessert werden. Die so genannte demographische Rendite muss gerecht auf die Schularten verteilt werden. „Die beruflichen Schulen dürfen bei der Ausstattung mit Lehrpersonal gegenüber anderen Schularten wie etwa den Mittelschulen oder den Gymnasien nicht benachteiligt werden“, forderte Wunderlich. Aufgrund der dünnen Personaldecke könne nach wie vor an einigen beruflichen Schulen der Unterricht nicht in vollem Umfang erteilt werden. Konkret forderte der Landesvorsitzende eine flächendeckende mobile Lehrereserve an den beruflichen Schulen.

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Berufliche Bildung anerkennen
„Unsere Schülerinnen und Schüler haben auf ihrem beruflichen Lebensweg bessere Rahmenbedingungen verdient“, so der Landesvorsitzende. Der berufliche Bildungsweg müsse als eigenständiger Weg in eine berufliche Existenz anerkannt werden, der ebenso zur Hochschule führen könne, wie der Weg über das Gymnasium. Nach den Worten Wunderlichs leisten die beruflichen Schulen damit einen „entscheidenden Beitrag für die Durchlässigkeit des bayerischen Schulsystems“. Auch deswegen dürfe bei der Ausstattung der Schulen mit Personal und Sachmitteln zwischen den Schularten nicht weiterhin mit „unterschiedlichen Maßstäben“ gemessen werden.

gekürzt von der Pressemitteilung des VLB zum 12. Berufsbildungskongress

Bilder von Martin Ruf

 

2014-12-18T09:05:48+00:0018.12.2014|
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