>Falschgeld an der Berufsschule

Falschgeld an der Berufsschule

Bundesbank-Vortrag bei den Einzelhändlern

Fälschungen zu erkennen ist für den Einzelhandel ein Themengebiet von großer Bedeutung. Zum Standardprogramm der Eingangsklassen für die Ausbildungsberufe Verkäufer/in und Einzelhandelskaufmann/-frau gehört mittlerweile schon der Vortrag von Wolfgang Krettner von der Bundesbank-Filiale in Nürnberg.

Herr_Krettner

In der Nürnberger Filiale der Bundesbank werden täglich große Mengen an Geldscheinen geprüft, um beschädigte und vor allem gefälschte Scheine zu entdecken. Insgesamt wurden im gesamten Euroraum im Jahr 2013 circa 670.000 gefälschte Scheine entdeckt. Auf Deutschland entfielen hierbei circa 39.000 Scheine. Die meisten Fälschungen stammen laut Herrn Krettner aus dem osteuropäischen Raum und weisen teilweise eine sehr gute Qualität auf. Besonders eine bereits 2008 aufgedeckte Bande von Fälschern schaffte es, nahezu perfekte 200€ Scheine zu erstellen. 90 Prozent aller gefälschten Scheine sind jedoch 20€, 50€ und 100€ Scheine. Laut Herrn Krettner müssen die Schüler bei diesen Scheinen besonders aufmerksam werden, wenn Kunden sehr kleine Beträge damit bezahlen wollen.

Für die Zuhörer war hier besonders die Frage nach dem weiteren Vorgehen in Verdachtsfällen von großem Interesse. Herr Krettner gab ihnen dabei ein klares Ablaufschema an die Hand. Zuerst sollte immer eine zweite Meinung zu dem verdächtigen Schein hinzugezogen werden. Sollte sich der Verdacht erhärten, müsse in jedem Falle die Polizei verständigt werden. Handelt es sich dann tatsächlich um Fälschungen, so werden diese von der Bundesbank ersatzlos eingezogen. Für den Einzelhandel entsteht hier somit ein doppelter Schaden. Aus diesem Grund sollten sich die Schüler selbst dazu sensibilisieren, bei jedem Vorgang des Kassierens verdächtige Scheine zu prüfen.

In den Scheinen selbst finden sich dazu zahlreiche Merkmale, die sowohl mit, aber auch ohne Hilfsmittel schnell überprüfbar sind.

Stehen an der Kasse Hilfen wie UV-Licht-Geräte zur Verfügung, so sollten diese in Verdachtsfällen immer hinzugezogen werden. Dabei ist besonders auf die Spezialfarben zu achten. Tauchen beispielsweise in den Scheinen nicht die Farben gelb-grün, rot und blau auf, oder erscheint der gesamte Schein nur in einer Farbe, ist höchste Vorsicht geboten. Bei den Hilfsmitteln rät der Bundesbankmitarbeiter aber ausdrücklich von den oftmals eingesetzten Teststiften ab. Diese sind großteils unzuverlässig und können somit kein sicheres Ergebnis liefern.

Prüfgeräte sind aber nicht zwingend erforderlich, um die Echtheit zuverlässig und schnell prüfen zu können. Bei den einzelnen Merkmalen ist grundsätzlich zwischen den kleinen Scheinarten (5€ bis 20€) und großen Scheinen (ab 50€) zu unterscheiden.

 

 

schueler

Je nach Scheinart werden bei Originalen durch Kippbewegungen verschiedene Folienstreifen sichtbar, beziehungsweise wechseln zwischen Zahlen und Symbolen. Besonders schwer zu fälschen ist laut Herrn Krettner die Spezialfarbe der Wertzahl auf der Rückseite von großen Scheinen. Findet hier kein Farbwechsel statt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Fälschung groß. Ein weiteres, leicht prüfbares Merkmal echter Scheine, ist das fühlbare Relief an der Oberseite. Bei den neueren Scheinen befinden sich die fühlbaren Rillen an der linken Kante der Vorderseite.

Ein drittes gut erkennbares Kriterium sind die verschiedenen Wasserzeichen. Im Durchlicht muss in jedem Schein die Wertzahl deutlich erkennbar sein. Halten sich die Schüler an diese einfachen Prüfvorgänge, ist das Erkennen von Falschgeld auch ohne Hilfsmittel leicht und schnell möglich.

Für ein Highlight sorgte Herr Krettner mit der „Vorstellung“ des neuen 10-Euro-Scheins. Noch bevor der Schein ab dem 23. September offiziell in den Umlauf kommt, hatten die Schüler die Gelegenheit, ihn „live“ zu sehen und in der Hand zu haben. Die Meinungen über die Gestaltung gingen dabei stark auseinander.

geld

Besonders interessant wurde es für die Schüler dann nochmal im zweiten Teil des Vortrags, in dem sie verschiedene „echte“ Blüten prüfen konnten. Es zeigte sich dabei deutlich, dass einige Scheine auf den ersten Blick sehr nah an das Original herankommen. Auf den zweiten Blick offenbaren sich aber meist die Fehler. Hier konnten die Schüler die Theorie des ersten Vortragsteils in die Praxis umsetzen.

schuelerinnen

 

 

2014-03-28T12:13:23+00:0028.03.2014|
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