>Hilfe für Tansania

Hilfe für Tansania

Für das christliche Hilfswerk Nehemia e.V. besuchte ich während der Osterferien ein Waisenhaus in Morogoro, Tansania. Das Team bestand aus 5 Personen, wovon die meisten eine handwerkliche Ausbildung haben und schon häufiger für ein soziales Projekt in Afrika waren. Im Folgenden möchte ich kurz meine Erfahrungen und Eindrücke schildern:

Im Waisenhaus sind zurzeit 34 Kinder im Alter von zwei bis siebzehn Jahren untergebracht. Davon sind zehn Kinder seit ihrer Geburt mit HIV infiziert. Ähnlich wie beim SOS Kinderdorf sind jeder Pflegemutter ca. 11 Kinder zugeordnet, um eine persönlichere Beziehung aufbauen zu können.

Die öffentliche Versorgung in Tansania ist mit Deutschland überhaupt nicht zu vergleichen. Das Waisendorf verfügt zwar über einen Brunnen. Dessen Wasserqualität ist aber so schlecht, dass es nicht als Trinkwasser geeignet ist. Leider kann auch das Wasser aus der öffentlichen Versorgung nicht direkt getrunken werden. Dieses Wasser muss erst gefiltert werden, um eine Erkrankung der Kinder zu vermeiden. Trotzdem sind Magen-Darm-Erkrankungen, wie zum Beispiel Typhus, immer wieder ein Thema im Haus.

Die Einrichtung wurde vor ca. 3 Monaten an den Strom angeschlossen. Die Handwerker übernahmen die Elektroinstallation in einem der Häuser und versorgten jeden Raum mit mindestens einer Lampe und einer Steckdose.

In Mlandizi, ca. 70 Kilometer von Dar es Salaam entfernt, betreibt Nehemia eine Schule und ein christliches Bildungszentrum. Nachdem viele Jugendliche in Tansania nach der Schule arbeitslos sind und keine Perspektive haben, soll hier ein Ausbildungszentrum für Handwerksberufe entstehen. Hierfür erfolgte der Spatenstich am 23. April zusammen mit Pastor Samuel Meena. In Deutschland wurden für dieses Projekt schon Werkzeuge und Maschinen zur Holzbearbeitung gesammelt. Diese sollen per Hochseecontainer im Herbst verschifft werden.

Anschließend besuchten wir die Niederlassung von Nehemia auf der Insel Mafia. Dort betreibt das Hilfswerk neben einem Kindergarten auch eine Schule. Obwohl die Insel ca. 50.000 Einwohner hat, gibt es nur an dieser Schule ein Klassenzimmer mit PCs. Leider sind diese Geräte sehr veraltet, so dass neuere Geräte gerne als Spende entgegengenommen werden.

Der Aufenthalt in Tansania war für mich eine sehr interessante Erfahrung, ein Blick in eine andere Welt, die wir uns in Europa nur begrenzt vorstellen können. Viele Dinge, die für uns selbstverständlich sind, gibt es dort oftmals nicht, wie zum Beispiel einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine.
Interessant war es auch zu sehen, welche Probleme bei der konkreten Umsetzung von Entwicklungsprojekten auftauchen, insbesondere, wenn man den langfristigen Erfolg sicherstellen möchte.

Matthias Freitag

2014-05-14T22:59:10+00:0014.05.2014|
Menü
Suchen
Staatliche Berufsschule Erlangen
Staatliche Berufsschule Erlangen
91052 Erlangen