Mehrere Jahre, viele Ideen und gelegentlich ein rebellischer Ladebalken — am Ende zeigt unser Schulversuch „Prüfungskultur innovativ“: Prüfungen können mehr sein als Papierkram. Wir haben erprobt, angepasst und manchmal neu gestartet. Das Fazit: Prüfungen dürfen praxisnah, digital und kreativ sein.
Projekte im IT‑Bereich und ePortfolio im Gesundheitsbereich
Unsere IT‑Projekte reichten von Netzwerkaufbauten bis zu realem Troubleshooting — praktisch, herausfordernd und unmittelbar berufsrelevant. Im Gesundheitsbereich sammelten Lernende ihre praktischen Arbeiten in ePortfolios: Fotos, kurze Videos, Reflexionen — alles digital dokumentiert. Das war nicht nur anschaulich für die Bewertung, sondern auch eine prima Grundlage für späteres Bewerbungs‑Material. Kurz: Theorie trifft Praxis — und macht sich gut im Lebenslauf.

Podcasts mit KI‑Einsatz bei KFZ und IT
Im Jahrgang 11 produzierten wir fächerübergreifend (Deutsch + KFZ) Podcasts zur „Diagnose“ in der E‑Mobilität als kombinierter mündlicher Leistungsnachweis. Im KFZ‑Unterricht wurden Inhalte zur Hochvolttechnik erarbeitet und Technik sowie Räume bereitgestellt. Im Deutschunterricht ging es um Medienkompetenz, mündliche Ausdrucksfähigkeit und Prompting. Die Schüler und Schülerinnen arbeiteten mit Schul-Tablets und Audacity. Die Abgabe erfolgte über ByCS Drive. KI diente als unterstützende Recherche‑ und Formulierungshilfe. Das Ergebnis: vertiefte Fachsprache, bessere Präsentationsfähigkeiten und authentische Podcast‑Beiträge für Bewerbungen.

Leistungsnachweise mit digitaler Software bei IT und Elektro
Kurze, geschützte Tests in mebis/mit Safe Exam Browser sowie praktische Prüfungen in Simulationstools (z. B. Packet Tracer, Falstad) haben sich bewährt. Vorteile: schnelle Auswertung, klare Rückmeldungen und weniger Papierchaos. Herausforderung bleibt die Technik — aber wenn alles läuft, sind die Rückmeldungen schneller da als eine Fehlermeldung beim Windows‑Update.
Leistungsnachweise mit KI‑Nutzung im BIK‑Bereich und bei IT
Im Bereich BIK (Betriebsinformatik) und IT haben wir KI gezielt in Prüfungen eingesetzt — nicht als Schummelhilfe, sondern als Bestandteil der Aufgabe: prompten, prüfen, kritisch bewerten. Wer eine gute Fragestellung an eine KI formulieren kann und die Antwort fachlich hinterfragt, beweist echte Kompetenz. Fazit: KI kann Aufgaben bereichern, sofern Prompting und Bewertung klar definiert sind.

Was gut funktioniert hat?
Praxisnahe Aufgaben steigern die Motivation der Lernenden und machen sofort deutlich, wofür das Gelernte gebraucht wird. Digitale Tests und Simulationen liefern schnelle und verlässliche Ergebnisse. Medienprojekte wie Podcasts und ePortfolios stärken Kommunikation und Selbstreflexion und liefern zudem attraktives Material für Bewerbungen oder Social‑Media‑Profile.
Herausforderungen (kurz, ehrlich, realistisch)
Technik ist großartig — solange sie funktioniert; Ausfälle stören Ablauf und Fairness. Bewertungsbögen müssen klar und knapp sein. Der Einsatz von KI braucht eindeutige Regeln, damit klar ist, wann sie Hilfsmittel und wann Prüfungsleistung ist.
Kurzfazit
Alternativen zur rein schriftlichen Prüfung funktionieren und machen Schule moderner, praxisnäher und, ja, manchmal sogar spaßiger. Mit guter Technik, klaren Regeln und einer Portion Humor lassen sich Prüfungen so gestalten, dass sie Wissen, Können und Medienkompetenz fair und lebendig abbilden.