Kooperation der Staatlichen Berufsschule Erlangen mit dem Vocational Training Center in Mlandizi/Tansania 

 

Die Idee – Wollen wir uns beteiligen? 

65% Jugendarbeitslosigkeit! Fachkräftemangel als zentrales Hemmnis für Unternehmen! Zunehmender Einfluss asiatischer Staaten! Dies sind nur einige Probleme, die derzeit die gesellschaftliche Situation in Tansania (Ostafrika) treffend beschreiben. 

Die Förderung der Berufsausbildung sollte daher ein Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sein. So sieht es jedenfalls der „Marshallplan mit Afrika“ vor. Vor allem die G20-Initiative für Jugendliche im ländlichen Raum scheint hier besonderes erfolgsversprechend. Diese erhöht lt. BMZ die Beschäftigungschancen insbesondere von Frauen und Mädchen. Das Erlernen digitaler Kompetenzen und die Nutzung neuer Technologien sind dabei zentrale Skills. 

Die Staatliche Berufsschule Erlangen möchte durch Know-How-Transfer insbesondere in den Fachrichtungen Elektro und IT eine berufliche Schule in Tansania unterstützen. Nach dem Motto „Bildung ist der Grundstein für Entwicklung und Wohlstand“ sehen wir darin einen konkreten Beitrag zur Weiterentwicklung des beruflichen Bildungswesens in Tansania, das zurzeit noch am Anfang steht. 

Unser Partnerprojekt – Die Schule 

Das Vocational Training Center (VCT) liegt in Mlandizi, ca. 60 km westlichen von Daressalam. Die Schule bildet aktuell ca. 100 Schüler in den Fachrichtungen Schneider, Schreiner, Elektriker und EDV-Berufe aus. Das VTC- Schulkonzept sieht die Beschulung junger Tansanier sowohl aus der Region um Mlandizi als auch überregional vor. Für die Schülerinnen und Schüler mit weiten Anfahrten ist eine Unterbringung mit Verpflegung auf dem Schulgelände gewährleistet. Für die Aufnahme an der Schule müssen die Schülerinnen und Schüler einen Test in Englisch und Mathematik ablegen. Sowohl die Schule selbst als auch deren Abschlüsse sind staatlich anerkannt! Allerdings unterscheidet sich die Schulfinanzierung erheblich von der unseren. Neben Schulgeldern müssen über konkrete Realprojekte wie bspw. der Herstellung und dem Verkauf von Türen oder der externen Auftragsvergabe zur Verkabelung von Privathäusern weitere Einnahmen generiert werden. 

Die Kooperation – Gib es eine „WIN-WIN-Situation? 

Die Möglichkeiten der Kooperation sind sehr vielfältig. Der Schwerpunkt wird zunächst auf dem Know-How-Transfer liegen. So ist ein regelmäßiger Austausch der Lehrkräfte beider Schulen geplant, mit dem Ziel, Inhalte, Didaktik und Methodik kennen zu lernen und zu vergleichen. Fragen und Diskussionen sollten nach dem Besuch mit Hilfe moderner IT-Kommunikation auch über die große Entfernung hinweg nachhaltig vertieft und gefördert werden. 

Konkrete Unterrichtsprojekte wie bspw. die Leitungsplanung für ein Notstromagregat oder die Planung und die Gestaltung einer möglichen Schulhompage geben uns die Möglichkeit auch unsere Schüler in die Kooperation mit einzubeziehen.  

Der ausführliche Bericht der Erlangener Nachrichten vom 28.12.2019 im Nachgang zu unserem ersten Besuch schildert dabei sehr eindrucksvoll die Möglichkeiten dieser Partnerschaft. 

https://www.nordbayern.de/region/erlangen/eine-kooperation-bei-der-alle-gewinnen-1.9674462?searched=true