>Hilfe zur Selbsthilfe im Norden Benins

Hilfe zur Selbsthilfe im Norden Benins

 Hilfe zur Selbsthilfe im Norden Benins

Dr. André Tagali vom Dassari-Benefiz e. V. berichtet über sein Entwicklungshilfe-Projekt

Im November 2017 übergaben unsere angehenden Mechatroniker der TEM 12 B fünf Solar-Funktionskoffer an den Dassari-Benefiz e. V. (siehe Artikel vom 08.11.2017). Der Förderverein hatte die Anschaffung der Bausätze finanziert. Die Montage erfolgte im Rahmen des Fachunterrichts durch die TEM 12 B. Im März 2018 gingen die Koffer dann auf die lange Reise nach Nagasséga, einer kleinen Gemeinde mit ca. 1.500 Einwohnern in der Region Dassari im Norden Benins. Herr Dr. André Tagali, Vorsitzender des Dassari-Benefiz e. V., besuchte unsere Berufsschule, um vor Lehrkräften sowie angehenden Mechatronikern (TEM 12 B), Elektronikern (EGS 11 B) und Systemelektronikern (ISE 11) über sein Entwicklungshilfe-Projekt und die Reise in den Benin zu berichten.

Dr. André Tagali bei seinem Vortrag vor Schülern und Lehrkräften der Berufsschule

Zu Beginn seines Vortrags stellte André Tagali sein Heimatland, den Benin, vor. Anhand der Fotos, mit denen er seine Ausführungen illustrierte, konnten sich die Zuhörer ein Bild von der Kultur, der Infrastruktur, dem Bildungssystem und den Lebensverhältnissen in dem westafrikansichen Entwicklungsland machen. Am Beispiel des Dorfes Nagasséga schilderte er auch eindrucksvoll die Probleme, mit denen die Menschen dort zu kämpfen haben:

  • kein Strom
  • keine Wasserversorgung
  • keine Abwasserentsorgung
  • mangelhafte medizinische Versorgung
  • kein öffentlicher Nahverkehr
  • etc.

Die Reise von Erlangen nach Nagasséga ist immer wieder ein Abenteuer. Bereits am Flughafen Nürnberg traten die ersten unerwarteten Komplikationen auf. Die Batterien der Solar-Funktionskoffer durften nicht mit ins Flugzeug und mussten ausgebaut werden. Improvisation war notwendig und so wurden im Benin kurzer Hand neue Batterien gekauft und vor Ort eingebaut. Von Cotouno, der Hauptstadt des Benin, mussten mit dem Auto in zwei Tagen noch über 600 km Richtung Norden ins Landesinnere zurückgelegt werden.

Endlich in Nagasséga, dem Ziel der langen und beschwerlichen Reise

In Nagasséga angekommen, übergab André Tagali die fünf Solar-Funktionskoffer an junge Elektriker, die zuvor in einem „Crash-Kurs“ angelernt worden waren. Genutzt werden die Solar-Funktionskoffer nun beispielsweise für die Reparatur von Elektrogeräten und Handys sowie die Installation von Beleuchtung oder Solaranlagen.

Fünf junge Elektriker aus Nagasséga mit den neuen Solar-Funktionskoffern und Werkzeug-Sets

Über die Jahre hinweg konnte der Dassari-Benefiz e. V. in Nagasséga schon viel Positives bewirken. Hierzu zählen z. B. der Bau von Brunnen und Zisternen, die Erweiterung des Schulgebäudes, die Errichtung eines Dorfgemeinschaftszentrums u.v.m..

Besonders stolz ist man in Nagasséga auf das Dorfgemeinschaftszentrum. Es bildet den Mittelpunkt des Dorflebens und enthält:

  • Gewerberäume (Schneiderei, Elektro-Kiosk mit Photovoltaik-Anlage…)
  • eine Bücherei (für Schulbücher und Lernmittel)
  • einen Gemeinschaftsraum für Unterricht, Feiern, Seminare
  • eine Wasserzisterne
  • WCs und Duschen

Stolz präsentiert André Tagali das Dorfgemeinschaftszentrum in Nagasséga in der typischen nubischen Lehmbauweise.

Alleine lässt sich ein solches Vorhaben nicht umsetzten. Unterstützt wird der Dassari-Benefiz e. V. bei seinem Projekt von „Ingenieure ohne Grenzen“, dem Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit, die Werner-von-Siemens-Realschule Erlangen und zahlreiche Spender, zu denen nun auch der Förderverein der Berufsschule Erlangen gehört. Ihnen allen sprach Dr. André Tagali seinen herzlichen Dank aus. Nicht zu vergessen ist natürlich auch der Einsatz der Dorfbewohner selbst, die sich immer wieder mit ihrer Arbeitsleistung in das Projekt einbringen.

Die Dorfbewohner helfen fleißig mit (hier beim Erweiterungsbau für die Grundschule)

Karsten Beck, der Geschäftsführer des Fördervereins, freute sich, dass die Berufsschule und der Förderverein einen sinnvollen Beitrag zu diesem Entwicklungshilfeprojekt leisten konnten. Er bedankte sich bei André Tagali für seinen interessanten Vortrag und bei den Auszubildenden und Lehrkräften der TEM 12 B für ihr aktives Mitwirken beim Projekt. Der TEM 12 B spendierte der Förderverein als Dank für ihren Einsatz ein Weißwurstfrühstück.

Von links: Johannes Hofmann (1. Vorsitzender des Fördervereins), Dr. André Tagali und Gabriele Tagali (Dassari-Benefiz e. V.), (Robin Nendel, Klassensprecher TEM 12 B); Roland Topinka (Schulleiter), Karsten Beck (Geschäftsführer des Fördervereins), Silke Dippold (Schatzmeisterin des Fördervereins)

2018-04-30T08:07:59+00:0030.04.2018|
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